Mona Neubaur würdigt Collien Fernandes' Kampf gegen Deepfake-Missbrauch und fordert strengere Gesetze
Ida MüllerMona Neubaur würdigt Collien Fernandes' Kampf gegen Deepfake-Missbrauch und fordert strengere Gesetze
Mona Neubaur, stellvertretende Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen, hat Collien Fernandes für deren öffentliches Eintreten gegen den Missbrauch von Deepfakes gelobt. Neubaur bezeichnete die Schauspielerin als eine "mutige Frau", deren Handeln andere ermutige, sich ebenfalls zu äußern. Gleichzeitig wies sie auf dringende rechtliche Lücken hin, die angesichts der Verbreitung KI-generierter Fälschungen geschlossen werden müssten.
Fernandes hatte kürzlich Schlagzeilen gemacht, indem sie öffentlich über ihre Erfahrungen mit Deepfake-Pornografie sprach. Neubaur würdigte ihren Mut und betonte, dass viele Frauen aus Angst schweigen würden. Die Politikerin machte deutlich, dass solche Fälle längst keine Einzelfälle mehr seien, und forderte schnellere gesetzgeberische Maßnahmen.
Neubaur kritisierte die Schwächen der aktuellen Gesetze und argumentierte, dass digitale Gewalt genauso ernst genommen werden müsse wie körperliche Übergriffe. Sie forderte Reformen im Sexualstrafrecht, um Delikte wie nicht einvernehmliche Deepfakes besser zu erfassen. Zwar sehen Spaniens bestehende Regelungen – etwa Artikel 197 des Strafgesetzbuchs – Verstöße gegen die Privatsphäre und Cyberbelästigung vor, doch wurden seit Fernandes' Fall keine spezifischen Opferschutzmaßnahmen eingeführt.
Spanien arbeitet zwar an strengeren Vorschriften, um KI-generierte sexualisierte Deepfakes und die unbefugte Nutzung von Bildern unter Strafe zu stellen. Doch Neubaur bemängelte die zögerliche Umsetzung und warnte, dass rechtliche Grauzonen die Opfer schutzlos zurückließen. Die geplanten Reformen zielen zwar darauf ab, diese Lücken zu schließen, doch konkrete institutionelle Unterstützung stehe weiterhin aus.
Der Fall Fernandes lenkt die Aufmerksamkeit auf die wachsende Bedrohung durch Deepfakes und den Bedarf an schärferen Gesetzen. Spaniens geplante Reformen könnten die Strafen für nicht einvernehmliche KI-Inhalte verschärfen. Bis dahin bleiben die Opfer jedoch mit begrenzten rechtlichen Schutzmöglichkeiten und wenig institutioneller Hilfe zurück.






