16 March 2026, 06:04

Missbrauchsskandal im Erzbistum Paderborn: Betroffene fordern Gerechtigkeit und Transparenz

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Missbrauchsskandal im Erzbistum Paderborn: Betroffene fordern Gerechtigkeit und Transparenz

Rund 200 Katholiken trafen sich diese Woche in Dortmund, um den Missbrauchsskandal im Erzbistum Paderborn zu thematisieren. Bei der Veranstaltung wurden die anhaltenden Forderungen nach Gerechtigkeit deutlich, während Betroffene und Kirchenvertreter über Entschädigungen für Opfer von Klerusmissbrauch diskutierten.

Die Zusammenkunft begann mit Berichten von Überlebenden, darunter Michael Heltner, der in einer kirchlichen Einrichtung missbraucht wurde. Er forderte angemessene finanzielle Wiedergutmachung sowie langfristige psychologische Unterstützung für alle Opfer.

Erzbischof Udo Markus Bentz nahm an der Sitzung teil und bestätigte, dass die Kirche Entschädigungszahlungen leisten werde. Er anerkannte das Leid der Betroffenen, gab jedoch keine Auskunft darüber, wie viele der 485 identifizierten Opfer seit Veröffentlichung des Berichts bereits Entschädigungen erhalten haben. Schätzungen zufolge wurden 75–80 % der Fälle reguliert, doch genaue Zahlen und Beträge bleiben ungenannt.

Ein Teilnehmer schlug vor, dass das Erzbistum 1 % seines Vermögens für Entschädigungen und Renten der Überlebenden bereitstellen solle. Andere forderten die Gemeinden auf, das Thema offener anzugehen – etwa durch einen Gottesdienst am Sonntag, der der Reflexion und Rechenschaftspflicht gewidmet ist.

Die Gespräche werden in den kommenden beiden Tagen fortgesetzt; Erzbischof Bentz plant Treffen mit Gläubigen in Schmallenberg und Rheda-Wiedenbrück. Die Missbrauchsfälle reichen von 1941 bis 2002 und betreffen über 200 Kleriker sowie 485 Opfer.

Das Treffen in Dortmund stellt einen weiteren Schritt des Erzbistums dar, um die historische Aufarbeitung des Missbrauchs voranzutreiben. Zwar wurden Entschädigungen zugesagt, doch Betroffene und Aktivisten drängen weiterhin auf Transparenz und konkrete Maßnahmen. In den nächsten Tagen werden weitere Gespräche stattfinden, während die Kirche unter wachsendem Druck steht, Antworten zu liefern.

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