Medienriesen schlucken regionale Zeitungen: Wer bleibt noch unabhängig?
Philipp KrügerMedienriesen schlucken regionale Zeitungen: Wer bleibt noch unabhängig?
Fusionen prägen die deutsche Zeitungslandschaft: Große Verlage bauen ihre Macht aus
Die deutsche Zeitungsbranche erlebt eine weitere Konsolidierungswelle, da große Verlagshäuser ihre Marktposition stärken. Die Rheinische Post hat Pläne bekannt gegeben, mehrere westfälische Titel zu übernehmen – nur wenige Monate, nachdem der DuMont-Konzern Anfang dieses Jahres ähnliche Schritte eingeleitet hatte. Diese Deals unterstreichen einen Trend: Immer weniger, aber dafür größere Medienkonzerne dominieren den regionalen Zeitungsmarkt.
Anfang März gab die Rheinische Post ihre Absicht bekannt, eine Gruppe westfälischer Zeitungen inklusive ihrer Digitalplattformen zu übernehmen. Nach Abschluss der Transaktion wird der Verlag zum auflagenstärksten Tageszeitungsanbieter in Nordrhein-Westfalen aufsteigen.
Der Schritt folgt nur wenige Wochen auf die Übernahme der Kölnischen Rundschau durch DuMont vom Heinen Verlag Ende Februar. Beide Geschäfte spiegeln eine anhaltende Entwicklung wider: Unabhängige Kleinverlage werden zunehmend von großen Medienkonzernen geschluckt.
Allerdings bleibt die regulatorische Prüfung solcher Deals begrenzt. Das Bundeskartellamt bewertet lediglich die Auswirkungen auf Lesermärkte und Werbeumsätze. Ob Fusionen die journalistische Vielfalt oder die Meinungsbreite für die Öffentlichkeit beeinträchtigen, spielt bei den Wettbewerbsprüfungen keine Rolle.
Durch die Übernahme der Rheinischen Post verringert sich die Zahl unabhängiger Verlage in der Region weiter. Da die Aufsichtsbehörden allein auf Marktkonzentration achten, bleiben die langfristigen Folgen für den Medienpluralismus ungeklärt. Der Konzentrationsprozess in der deutschen Zeitungsbranche zeigt keine Anzeichen einer Verlangsamung.






