Maria Kalesnikava erhält Karlspreis nach fünf Jahren Haft in Belarus
Philipp KrügerMaria Kalesnikava erhält Karlspreis nach fünf Jahren Haft in Belarus
Maria Kalesnikava, eine zentrale Figur der prodemokratischen Proteste in Belarus im Jahr 2020, hat den Internationalen Karlspreis persönlich bei einer Feier in Aachen entgegengenommen. Die Auszeichnung, eine der höchsten Ehren Europas, würdigt ihren Kampf gegen das autoritäre Regime. Ihr Auftritt folgt auf ihre Entlassung aus der Haft im Dezember 2025 nach fünf Jahren Inhaftierung in Belarus.
Kalesnikava war im September 2020 in Minsk während der Massenproteste gegen Präsident Alexander Lukaschenko festgenommen worden. Ein Jahr später wurde sie wegen ihrer Rolle in der Oppositionsbewegung zu elf Jahren Gefängnis verurteilt. Trotz ihrer Inhaftierung blieb sie ein Symbol des Widerstands – sowohl in Belarus als auch international.
2022 war Kalesnikava gemeinsam mit anderen belarussischen Oppositionsführern mit dem Internationalen Karlspreis für ihren Einsatz für Demokratie ausgezeichnet worden. Damals saß sie noch im Gefängnis und konnte nicht an der Verleihung teilnehmen. Ihre Freilassung Ende 2025, die durch US-vermittelte Verhandlungen erreicht wurde, ermöglichte es ihr nun, die Auszeichnung persönlich entgegenzunehmen.
In Deutschland lebend, wo sie politisches Asyl erhalten hat, nutzte Kalesnikava ihre Rede in Aachen, um zur Einheit Europas aufzurufen. Die Veranstaltung unterstrich ihr anhaltendes Engagement für Menschenrechte und demokratische Werte und festigte ihre Position als eine der führenden Stimmen der internationalen Opposition gegen Lukaschenkos Regime.
Die Feier in Aachen markiert Kalesnikavas ersten großen öffentlichen Auftritt seit ihrer Freilassung. Ihre Anwesenheit sendet ein starkes Signal an Demokratieaktivisten in ganz Europa. Gleichzeitig hält ihr weitergehendes Engagement die politische Lage in Belarus im Fokus – auch wenn ihre künftige Rolle in der Opposition noch ungewiss bleibt.