Lünens Kämmerer fordert dringende Reform der Eingliederungshilfe in NRW
Lukas HartmannLünens Kämmerer fordert dringende Reform der Eingliederungshilfe in NRW
Dr. André Jethon, Kämmerer der Stadt Lünen, hat dringende Finanzreformen im System der Eingliederungshilfe in Nordrhein-Westfalen gefordert. Als Sachverständiger in einer Anhörung des Landtags argumentierte er, dass das aktuelle Fördermodell die Kommunen unzumutbar belaste. Die Sitzung folgte einem Antrag der SPD, der höhere Landesmittel und weniger Bürokratie in den Verfahren verlangt.
Die Anhörung wurde von zwei Ausschüssen des nordrhein-westfälischen Landtags organisiert. Jethon betonte, dass die Kommunen im Jahr 2024 fast die gesamten 7,5 Milliarden Euro für Eingliederungshilfe aufbringen mussten. Das bestehende System bezeichnete er als veraltet und erklärte, es lasse Städte und Gemeinden chronisch überlastet zurück.
Kritik übte Jethon an den übermäßig komplexen und aufwendigen Antragsverfahren für Eingliederungshilfe. Er unterstrich, dass das Land verfassungsrechtlich dafür verantwortlich sei, den Kommunen ausreichend Mittel für alle lokalen Aufgaben – einschließlich der Eingliederungshilfe – zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig lehnte er Forderungen nach einer Bundesbeteiligung ab und verwies darauf, dass auf nationaler Ebene keine Gelder für diesen Zweck vorgesehen seien.
In Unterstützung der SPD-Vorschläge machte Jethon geltend, dass die Kommunen in Nordrhein-Westfalen im Vergleich zu anderen Bundesländern einen unverhältnismäßig hohen Anteil der Kosten tragen. Er forderte die Landesregierung auf, sich zu einem festen, flexiblen Anteil an der Finanzierung der Eingliederungshilfe zu verpflichten. Ohne eine solche Zusage, warnte er, bleibe die aktuelle Untätigkeit unentschuldbar.
Die Anhörung unterstrich den wachsenden Druck auf das Land, die Finanzierung der Eingliederungshilfe zu reformieren. Jethons Aussagen stärkten die Forderungen nach einer gerechteren Kostenverteilung und vereinfachten Verfahren. Nun warten die Kommunen auf eine Reaktion der nordrhein-westfälischen Landesregierung zu den nächsten Schritten.






