Lissabons CSD 2025: Tausende wehren sich gegen politische Angriffe auf LGBTI+-Rechte
Philipp KrügerLissabons CSD 2025: Tausende wehren sich gegen politische Angriffe auf LGBTI+-Rechte
Lissabon veranstaltete am Samstag seinen 27. CSD unter dem Motto „Kein Schweigen, keine Angst: Wir existieren und wir wehren uns“
Tausende Menschen versammelten sich in der portugiesischen Hauptstadt, um an der traditionellen Pride-Parade teilzunehmen, die um 17:00 Uhr am Marquês-de-Pombal-Platz begann. Die Organisator:innen warnten vor wachsenden Bedrohungen für hart erkämpfte Rechte. Unter den Teilnehmer:innen befanden sich Aktivist:innen, Abgeordnete sowie Vertreter:innen von 17 Initiativen, die sich für LGBTI+-Rechte, Feminismus und Antirassismus engagieren.
Die Demonstration fand vor dem Hintergrund aktueller politischer Entwicklungen statt, die nach Einschätzung des CSD-Organisationskomitees die Rechte von LGBTQI+-Personen und ihren Familien gefährden. Besonders kritisiert wurden Versuche, Fortschritte rückgängig zu machen – darunter Bestrebungen, das Gesetz 38/2018 abzuschaffen, das die Selbstbestimmung von Geschlechtsidentität und -ausdruck schützt. Helder Bértolo, einer der Organisatoren, betonte, dass viele Teilnehmer:innen das Gefühl hätten, ihre Rechte würden direkt angegriffen.
Der Abgeordnete Paulo Muacho von der Partei Livre rief zur Teilnahme auf und verwies auf die zunehmende Feindseligkeit rechtsextremer Kreise gegenüber LGBT-Rechten. Joana Mortágua vom Linksblock teilte diese Sorgen und äußerte Enttäuschung darüber, dass eine solche Veranstaltung angesichts der konservativen Regierungspolitik überhaupt notwendig sei. 2024 zählte die Parade rund 50.000 Teilnehmende – für 2025 wird mit noch höheren Zahlen gerechnet.
Die Kundgebung vereinte ein breites Bündnis: von langjährigen LGBTI+-Vereinen bis hin zu feministischen und antirassistischen Kollektiven. Ihre gemeinsame Botschaft unterstrich den Widerstand gegen eine Politik, die jahrzehntelange soziale Errungenschaften zurückdrehen will.
Der CSD 2025 stand im Zeichen von Solidarität und Dringlichkeit. Die Teilnehmenden riefen zu anhaltender Wachsamkeit gegenüber politischen Angriffen auf. Angesichts steigender Teilnehmerzahlen signalisierten Organisator:innen und Aktivist:innen Entschlossenheit, bestehende Schutzrechte zu verteidigen. Das Motto der Veranstaltung – „Kein Schweigen, keine Angst“ – machte deutlich: Ein Zurückweichen bei der Durchsetzung von Rechten kommt nicht infrage.






