13 March 2026, 04:04

Letzte Chance für den "Sündenwald": Rodung beginnt trotz Protestcamps in Baumhäusern

Eine Gruppe von Menschen auf einer grünen Wiese mit einer pinken Fahne, auf der steht: "Wir haben genug von fossilen Brennstoffen, Kampf gegen den extraktiven Kapitalismus", mit Zelten, Bäumen und einem klaren blauen Himmel im Hintergrund.

Letzte Chance für den "Sündenwald": Rodung beginnt trotz Protestcamps in Baumhäusern

Der "Sündenwald" in Manheim soll in den kommenden Tagen gerodet werden – trotz anhaltender Proteste. Eine kleine Gruppe von Aktivist:innen – etwa fünf bis zehn Personen – hält sich weiterhin in dem Gebiet auf und besetzt seit dem Sommer erbaute Baumhäuser. Unterdessen mobilisieren Unterstützer:innen, um die Abholzung zu stoppen: Sie rufen zu Spenden auf und planen für Montag um 11:00 Uhr eine Pressekonferenz.

Ursprünglich sollte die Rodung des Waldes Ende 2024 beginnen. Doch Aktivist:innen zogen ein, errichteten Barrikaden und verzögerten so die Arbeiten. Mittlerweile ist nur noch etwa ein Hektar Wald übrig, in dem die Protestierenden seit dem Sommer 2025 in Baumhäusern leben.

Der Energiekonzern RWE, dem der Großteil des Manheimer Brachlands gehört, benötigt den Boden über der Braunkohle für sein Projekt "Wasser voran". Das Vorhaben, das 2030 starten soll, sieht vor, Abraumhalden einebnen, um neue Seen zu schaffen. Das Unternehmen betont, dass die Nutzung von knapp 250 Millionen Kubikmetern Manheimer Erde für die Umsetzung unverzichtbar sei.

2023 unterzeichneten RWE Power AG und die lokale Kommune ein "Rahmenabkommen für eine nachhaltige Zusammenarbeit". Dennoch haben die Behörden der Stadt Kerpen nun ein Betretungsverbot für alle Außenstehenden verhängt. Es tritt am 6. Oktober um 00:00 Uhr in Kraft, nachdem eine offizielle Bekanntmachung am 1. Oktober ergangen war. Das Verbot bleibt bis zur vollständigen Rodung des Waldes bestehen.

Die Unterstützer:innen der Widerstandsbewegung bitten um Lebensmittel, Kleidung und andere Sachspenden. Zudem haben sie eine Pressekonferenz organisiert, um auf die Situation aufmerksam zu machen.

Die Räumung des "Sündenwalds" wird vorangetrieben – trotz des Widerstands der Aktivist:innen. Während die Behörden ein striktes Betretungsverbot durchsetzen, suchen die Protestierenden weiter nach öffentlicher Unterstützung. Das Ergebnis wird zeigen, ob der verbliebene Waldstücken fallen wird oder ob es zu weiteren Verzögerungen kommt.

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