GLS Bank in der Kritik: Kontoschließungen für DKP und Rote Hilfe entfachen Streit
Jonas SchmittGLS Bank in der Kritik: Kontoschließungen für DKP und Rote Hilfe entfachen Streit
GLS Bank gerät nach Kontoschließungen für DKP und Rote Hilfe unter massiven Druck
Die GLS Bank sieht sich heftiger Kritik ausgesetzt, nachdem sie Konten der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) und der Gefangenenhilfsorganisation Rote Hilfe geschlossen hat. Die Entscheidung löste Proteste aus – Tausende unterzeichneten einen offenen Brief, in dem sie die Bank aufforderten, ihre Haltung zu überdenken.
Die Bank betont, aus rechtlichen und regulatorischen Gründen gehandelt zu haben, doch Kritiker werfen ihr vor, politisch motiviert vorgegangen zu sein.
Der Streit eskalierte, als die GLS Bank die Konten der DKP und der Roten Hilfe kündigte. Beide Organisationen warfen der Bank vor, sich US-Sanktionslisten zu beugen, und bezeichneten die Schließungen als politisch motiviert. Die DKP ging noch weiter und sprach von „vorauseilendem Gehorsam“, um die US-Geschäftsinteressen der GLS zu schützen.
In einem offenen Brief, der von Tausenden unterstützt wurde, warnte man die Bank vor einem „dramatischen Vertrauensverlust“, falls sie nicht umdenke. Unter öffentlichem Druck wurden die Konten der Roten Hilfe bei der GLS später wieder freigegeben. Zudem verfügte ein Gericht, dass die Sparkasse Göttingen die Konten der Organisation offenhalten muss – was die rechtliche Prüfung des Falls weiter verschärfte.
Die GLS Bank verteidigte ihr Vorgehen und erklärte, sie habe sich an Meldepflichten für verdächtige Transaktionen gehalten, die im Zusammenhang mit Geldwäsche oder Terrorismusfinanzierung stehen könnten. Auf der Mitgliederversammlung in Bochum erhielt der Vorstand überwältigende Unterstützung: 676 von 720 Mitgliedern stimmten für die Position der Bank.
Um Bedenken auszuräumen, führte die GLS Gespräche mit betroffenen Kunden und beriet sie, wie sie auffällige Transaktionen vermeiden können. Die DKP kündigte jedoch an, die Geschäftsbeziehung zur Bank vollständig zu beenden und stattdessen auf die öffentlichen Sparkassen auszuweichen, die gesetzlich verpflichtet sind, Konten anzubieten.
Der Konflikt zeigt die Spannungen zwischen Finanzregulierung und politischem Aktivismus. Während die DKP zu öffentlichen Banken gewechselt ist, behält die Rote Hilfe nach gerichtlicher Intervention Zugang zu ihren Konten. Die GLS Bank beharrt darauf, dass ihr Handeln rechtlich notwendig war – trotz anhaltender Kritik.






