Gericht kippt Vuelings Handgepäckregeln – ein Sieg für Passagiere
Ein deutsches Gericht hat die Handgepäckregelung von Vueling für ungerecht gegenüber Passagieren erklärt und damit gegen die Fluggesellschaft entschieden. Die Entscheidung folgt auf eine Klage des Verbandes der Verbraucherzentralen (vzbv), der argumentierte, dass Airlines für Standard-Handgepäck keine Zusatzgebühren erheben dürften. Das Urteil könnte ein Präzedenzfall für andere Billigfluglinien werden, die mit ähnlichen rechtlichen Herausforderungen konfrontiert sind.
Das Oberlandesgericht Hamm gab dem vzbv recht und erklärte, dass Vueling künftig nicht mehr nur ein einziges kleines Handgepäckstück mit den Maßen 20 x 30 x 40 Zentimeter gebührenfrei zulassen darf. Nach Auffassung des Gerichts sei Handgepäck ein grundlegender Bestandteil des Flugreiseservice, für den keine zusätzlichen Kosten anfallen sollten – sofern es vernünftige Größen- und Gewichtsgrenzen einhalte.
Ramona Popp, die Vorstandsvorsitzende des vzbv, hatte Airlines zuvor kritisiert, weil sie nur winzige Taschen ohne Aufpreis erlaubten. Sie forderte, dass Ticketpreise künftig ein kleines persönliches Gepäckstück sowie einen Standard-Koffer mit mindestens 115 Zentimetern Gesamtgröße und bis zu zehn Kilogramm Gewicht beinhalten müssten. Popp sprach sich zudem für klarere gesetzliche Regelungen zum Handgepäck aus, um zu verhindern, dass Airlines versteckte Gebühren erheben.
Das Urteil fällt zeitlich mit den heute in Brüssel begonnenen Verhandlungen über eine Reform der EU-Fluggastrechte zusammen. Bisher liegen jedoch weder offizielle Stellungnahmen noch Dokumente von Rat, Parlament oder Kommission zu geplanten Änderungen bei Handgepäckregelungen vor. Unterdessen sind ähnliche Klagen gegen EasyJet, Eurowings und Wizz Air noch nicht entschieden.
Vueling muss nun seine Richtlinien anpassen und größere Handgepäckstücke ohne Zusatzkosten zulassen. Die Entscheidung stärkt zwar die Rechte der Passagiere, lässt aber weitergehende branchenweite Vorgaben offen. Künftige Regularien zu Handgepäckgebühren könnten durch weitere Rechtsstreitigkeiten und die EU-Diskussionen geprägt werden.






