Führerschein-Betrug: Fünf Angeklagte sollen Theorieprüfungen mit Doubles manipuliert haben
Philipp KrügerFührerschein-Betrug: Fünf Angeklagte sollen Theorieprüfungen mit Doubles manipuliert haben
Fünf Personen aus Bielefeld und Werther müssen sich wegen des Verdachts vor Gericht verantworten, einen betrügerischen Ring zur Manipulation von Theorieprüfungen für den Führerschein betrieben zu haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, unter falscher Identität gegen Bezahlung Prüfungen für Dritte abgelegt zu haben. Insgesamt sollen in dem Verfahren 71 mutmaßliche Fälle über einen Zeitraum von drei Jahren eine Rolle spielen.
Die Gruppe wird der gewerbsmäßigen Täuschung beschuldigt, wofür Haftstrafen zwischen sechs Monaten und zehn Jahren drohen. Den Ermittlungen zufolge soll einer der Angeklagten als Drahtzieher die gesamten Machenschaften organisiert haben. Zwischen Februar 2022 und Juli 2025 hätten sie pro Prüfung zwischen 1.100 und 2.000 Euro verlangt und auf diese Weise etwa 35.000 Euro eingenommen.
Das System funktionierte mit Doubles, die den eigentlichen Prüfungskandidaten äußerlich ähnelten. Die Behörden konnten 14 Versuche vor deren Abschluss vereiteln. Aufgedeckt wurde der Betrug im Rahmen einer anderen Ermittlung am Landgericht Hannover.
Einige der Angeklagten sind bereits wegen ähnlicher Delikte vorbestraft. Gegen andere laufen noch Ermittlungen in nicht zusammenhängenden Fällen. Der Prozess vor dem Landgericht Bielefeld hat kürzlich begonnen und soll bis Ende Mai dauern; insgesamt sind acht Verhandlungstage angesetzt.
Das Gericht wird nun Beweise prüfen, die die fünf Angeklagten mit den 71 mutmaßlichen Fällen in Verbindung bringen. Bei einer Verurteilung drohen ihnen empfindliche Haftstrafen. Das Urteil könnte zudem Auswirkungen auf laufende Ermittlungen zu ihren weiteren mutmaßlichen Machenschaften haben.






