Frömern bekommt personalfreien Supermarkt – und löst Versorgungsproblem
Philipp KrügerFrömern bekommt personalfreien Supermarkt – und löst Versorgungsproblem
Frömern, ein ruhiger Stadtteil von Fröndenberg, kämpft seit Schließung der letzten Bäckerei mit begrenzten Einkaufsmöglichkeiten. Die Bewohner müssen seitdem weite Wege auf sich nehmen, um alltägliche Besorgungen zu erledigen. Nun soll ein neuer, personalfreier Supermarkt namens Tante M die Lücke schließen und den Alltag der Anwohner erleichtern.
Die Idee für den Laden stammt von Anna Kirksov, einer Busfahrerin aus Fröndenberg, die selbst im Stadtteil lebt. Sie entschied sich für die Eröffnung einer Filiale der Kette, um ihren Nachbarn den Einkauf zu vereinfachen – und gleichzeitig ihr eigenes Unternehmen zu gründen. Der Supermarkt kommt ohne Personal aus: Ein kartengestütztes Zugangssystem ermöglicht es Kunden, eigenständig einzukaufen und zu bezahlen.
Die Tante M-Filiale in Frömern hat täglich von 5 bis 23 Uhr geöffnet und bietet rund 1.200 Produkte an – von frischem Brot und Gemüse bis hin zu Haushaltsartikeln. Das Konzept ist in Nordrhein-Westfalen noch selten: Bisher gibt es in der Region nur zwei solche Läden.
Doch die Idee verbreitet sich. Die Genossenschaftskette Enso plant bereits die Eröffnung eines ähnlichen, personalfreien Marktes im nahegelegenen Unna-Hemmer. Bundesweit sollen bis 2026 mindestens fünf weitere Tante M-Filialen folgen, darunter in Wertheim, Marxzell, Wunsiedel, Lalling und Oybin – vor allem in Süd- und Ostdeutschland.
Für die Frömerner bedeutet der neue Supermarkt eine Rückkehr zu lokalen Einkaufsmöglichkeiten. Mit langen Öffnungszeiten und einem breiten Sortiment soll er die Versorgungsprobleme im Stadtteil lösen. Gleichzeitig wächst das Tante M-Modell weiter und bringt personalfreie Läden in immer mehr Gemeinden im ganzen Land.






