Frauenfilmfestival 2023 feiert Widerstand und Solidarität mit mutigen Geschichten
Ida MüllerFrauenfilmfestival 2023 feiert Widerstand und Solidarität mit mutigen Geschichten
Das Internationale Frauenfilmfestival 2023 (IFFF) Dortmund/Köln präsentierte mutige Geschichten von Widerstand und Solidarität unter dem Motto Gemeinsames Land. In der diesjährigen Fokus-Sektion standen Kämpfe um Land, Freiheit und kulturelles Überleben auf verschiedenen Kontinenten im Mittelpunkt. Eine der prägendsten Stimmen des Festivals war Sophie Maintigneux, eine wegweisende Kamerafrau und engagierte Fürsprecherin für Frauen im Film.
Sophie Maintigneux begann ihre Karriere als eine von nur drei Kamerafrauen in Frankreich und arbeitete unter anderem mit dem Regisseur Éric Rohmer zusammen. Später wandte sie sich dem Dokumentarfilm zu, angezogen von der kreativen Freiheit und dem größeren Verantwortungsbewusstsein dieses Genres. Über ihre technische Arbeit hinaus setzt sie sich seit Langem für mehr Sichtbarkeit und bessere Arbeitsbedingungen von Frauen in der Branche ein.
Im Spielfilmwettbewerb des Festivals wurden Werke wie Nunkui, Sechswochenamt und Gott wird nicht helfen gezeigt, die jeweils weiblichen Widerstand und kollektive Stärke thematisieren. In Unser Land, unsere Freiheit kämpft eine Kenianerin darum, die Überreste ihres Vaters zurückzuholen, während sie gleichzeitig eine Bewegung anführt, die Land an die Nachfahren der Mau-Mau-Rebellen zurückgeben will. Raquel Gerbers Ôrí wiederum beleuchtete Brasiliens Schwarze Widerstandsbewegung während der Diktatur und zeichnete deren kulturelle Überlebensnetzwerke nach.
Auch Dokumentarfilme standen im Fokus. Florence Lazars Du denkst, die Erde sei eine tote Sache begleitete martinikanische Aktivist:innen, die brachliegendes Land zurückerobern und die ökologischen Schäden der Bananenmonokulturen anprangern. Ein weiterer Höhepunkt war Gabriele Stötzers Veitstanz/Feixtanz, der als öffentliche Open-Air-Tanzperformance in Köln neu inszeniert wurde.
Das Festival bot zudem Raum für theoretische Debatten. Silvia Federici, Autorin von Caliban und die Hexe, schaltete sich per Videolink zu, um die historischen Verbindungen zwischen ursprunglicher Akkumulation, der Unterdrückung von Frauen und Hexenverfolgungen zu analysieren.
Das IFFF 2023 vereinte Filme und Stimmen, die Enteignung herausfordern und Widerstand feiern. Von Kenias Landkonflikten bis zu Brasiliens kulturellen Bewegungen unterstrich das Festival, wie Kino marginalisierte Geschichten verstärken kann. Maintigneux' Teilnahme unterstrich zudem das Engagement der Veranstaltung für die Förderung von Frauen im Film – sowohl vor als auch hinter der Kamera.






