23 March 2026, 10:05

Frauenfeindlichkeit im Netz: Warum Hass auf Frauen immer normaler wird

Plakat mit dem Text 'Toiletten sind geschlechtsneutral' betont die Geschlechterinklusivität in Toiletten.

Frauenfeindlichkeit im Netz: Warum Hass auf Frauen immer normaler wird

Frauenfeindlichkeit breitet sich rasant in sozialen Medien aus – Beleidigungen und abwertende Äußerungen werden dort oft mit Zustimmung bedacht. Digitale Räume verstärken zunehmend extreme Positionen, darunter sogar Forderungen, Frauen das Wahlrecht zu entziehen. Das Problem beschränkt sich längst nicht mehr auf Randgruppen: Einflussreiche Männer behandeln Frauen nach wie vor herablassend oder machen sexualisierte Kommentare – meist ohne Konsequenzen zu fürchten.

Die sogenannte "Männlichkeitsszene" (engl. manosphere) hat sich zu einem Nährboden für giftige Ideologien entwickelt. Influencer in diesem Milieu predigen eine übersteigerte Männlichkeit und verzerren das Frauenbild junger Männer. Zu den bekanntesten Vertretern zählen Andrew Tate, der Plattform-Sperren umgeht, um seine Botschaften zu verbreiten, sowie Harrison Sullivan (alias HSTikkyTokky), der durch frauenfeindliche Inhalte in Online-Subkulturen auffällt. Auch Nick Fuentes trägt dazu bei, indem er Parolen wie "Dein Körper, meine Entscheidung" populär macht.

Diese Bewegungen leben von Ideologien wie "Looksmaxxing", der "Roten" bzw. "Schwarzen Pille" (engl. Red Pill/Black Pill) oder der "Incel"-Rhetorik. Soziale Medien und ihre Algorithmen verstärken die Reichweite solcher Inhalte und normalisieren schädliche Einstellungen. Unterdessen hat die #MeToo-Bewegung, die einst gegen derartiges Verhalten mobil machte, an Schwung verloren. Viele Männer kehren offen zu ungebremstem Sexismus zurück – erleichtert darüber, dass die Forderung nach Verantwortung nachgelassen hat.

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Die Nachrichten sind voller Berichte über Männer, die ihre Macht missbrauchen – Handlungen, die nicht immer strafbar, aber oft zutiefst verletzend sind. Allzu häufig bleiben einflussreiche Persönlichkeiten, ob online oder im echten Leben, für ihr Verhalten ohne Konsequenzen.

Der Aufstieg frauenfeindlicher Inhalte im Netz spiegelt einen größeren kulturellen Wandel wider: Frauenrechte – von der politischen Teilhabe bis zur körperlichen Selbstbestimmung – werden zunehmend als Privilegien statt als grundlegende Rechte diskutiert. Ohne Gegenwehr drohen solche Haltungen weiter in den Alltag einzusickern, sowohl digital als auch offline. Der Niedergang von Bewegungen wie #MeToo hinterlässt eine Lücke: Wer heute frauenfeindliche Einstellungen verbreitet, stößt auf weniger Widerstand.

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