27 March 2026, 18:05

Familie Schönbächler kämpft gegen Kommerz mit ihrem viralen Bagger-Meme

Schwarze und weiße Werbung für Friedrich Steinfels in Zürich, zeigt Bilder von Gebäuden, Menschen und Text.

Familie Schönbächler kämpft gegen Kommerz mit ihrem viralen Bagger-Meme

Die Familie Schönbächler hat öffentlich die unerlaubte kommerzielle Verwendung eines viralen Memes kritisiert, in dem ihr Sohn Richi zu sehen ist. Die Aufnahme stammt aus einer Schweizer Dokumentation von 2010 und zeigt den damals fünfjährigen Jungen, der von einem Bagger fällt, während sein Vater alarmiert ruft. Im Laufe der Jahre wurde das Video zu Merchandise-Artikeln, Musik und sogar zu einer Eishockey-Hymne verarbeitet – alles ohne Zustimmung der Familie.

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Das Meme entstand 2010 während einer Folge der SRF-Sendung Auf und davon, in der Richi Schönbächlers Sturz und der verzweifelte Ausruf seines Vaters Hermann zu hören sind: "Richiii! I ha gseit, du söusch di guet häbe!" Der Clip ging später auf YouTube viral und erreichte über eine Million Aufrufe. 2022 veröffentlichte die Schweizer Band Stubete Gäng einen Song mit dem Titel "Richi", der die Original-Tonaufnahme und Bagger-Geräusche nutzte.

Es folgten Merchandise-Produkte wie Socken, Aufbügelmotive, ein Kinderbuch und ein Kartenspiel, das von den Studenten Leon Schüep und Florens Moor entwickelt wurde. Die Familie hatte jedoch nie ihre Erlaubnis gegeben. Sie bezeichnete die Verwendung der Stimme Hermanns im Song als "absolute Respektlosigkeit" und verurteilte die allgemeine Kommerzialisierung ihres privaten Moments.

Nach den öffentlichen Stellungnahmen der Familie willigte Stubete Gäng ein, Hermanns Stimme aus künftigen Versionen des Liedes zu entfernen. Auch der Schweizer Eishockeyverband stellte das Abspielen von "Richi" als Torhymne ein. Zwar hält der SRF Teile der Rechte an den Aufnahmen, doch die Schönbächlers besitzen die Persönlichkeitsrechte an ihrem Bild und ihrer Stimme – Rechte, die ihrer Ansicht nach wiederholt missachtet wurden.

Die Kritik der Familie hat zwar zu einigen Änderungen geführt – der Song wurde überarbeitet und der Eishockeyverband verzichtet auf die Hymne –, doch die Merchandise-Produkte sind weiterhin im Umlauf. Der Fall zeigt die anhaltenden Spannungen zwischen viralem Content und persönlicher Einwilligung, insbesondere wenn private Augenblicke zu öffentlichen Handelswaren werden.

Quelle