12 March 2026, 02:04

Falscher Rettungssanitäter mit Blaulicht und EKG-Gerät entlarvt

Ein Mann in einem weißen Laborkittel und Stethoskop schaut ernst in die Kamera, umgeben von Text, der "Notfallmedizinischer Direktor" in fetter, schwarzer Schrift lautet.

Mann in NRW gibt sich fälschlich als Rettungshelfer aus: Mit EKG-Gerät zum Einsatz - Falscher Rettungssanitäter mit Blaulicht und EKG-Gerät entlarvt

Ein 61-jähriger Mann aus Nordrhein-Westfalen ist als falscher Rettungssanitäter entlarvt worden. Mit Blaulicht, Martinshorn und dem Versuch, medizinische Hilfe zu leisten, tauchte er an einem Einsatzort auf. Die Behörden bestätigten, dass er weder über eine entsprechende Ausbildung verfügt noch einer Rettungsorganisation angehört.

Der Mann nutzte ein illegales Digitalfunkgerät, um Notrufmeldungen abuhören zu können. Auf diese Weise erfuhr er von einem laufenden Rettungseinsatz und eilte mit hoher Geschwindigkeit zur Einsatzstelle. Sein Fahrzeug war mit nicht genehmigten Blaulichtern und Sirenen ausgestattet.

Vor Ort trug er die vollständige Kleidung eines Rettungsdienstmitarbeiters und führte ein privat erworbenes EKG-Gerät mit sich. Anschließend versuchte er, sich an der medizinischen Versorgung des Patienten zu beteiligen, und half sogar beim Transport. Die Polizei bestätigte später, dass er über keine medizinische Qualifikation verfügt und auch nicht berechtigt war, das BOS-Funknetz (Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben) zu nutzen.

Laut offiziellen Statistiken des Bundeskriminalamts (BKA) und der Landespolizeibehörden gab es zwischen 2021 und 2025 in Deutschland jährlich etwa 150 bis 200 Fälle von Missbrauch von Rettungsdienstuniformen oder -ausrüstung. Die meisten dieser Vorfälle fallen unter Straftatbestände wie § 132a des Strafgesetzbuchs, der den Missbrauch von Amtskleidung regelt.

Der Fall zeigt die Gefahren auf, die von unbefugten Personen bei Rettungseinsätzen ausgehen. Dem Mann drohen nun rechtliche Konsequenzen wegen Vortäuschens einer Amtshandlung, illegaler Funknutzung und Behinderung professioneller Rettungsmaßnahmen. Ermittlungen zu ähnlichen Fällen laufen bundesweit weiter.

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