Evonik-Aktie erlebt überraschenden Aufschwung trotz gesunkener Gewinnprognose
Lukas HartmannEvonik-Aktie erlebt überraschenden Aufschwung trotz gesunkener Gewinnprognose
Die Aktie von Evonik hat in den letzten Monaten starke Schwankungen erlebt: Nach einem stetigen Rückgang folgte ein plötzlicher Aufschwung. Nach wochenlangem Fall stieg der Kurs seit Anfang März um fast 20 Prozent und erreichte damit ein Jahreshoch. Nun haben zwei Spitzenmanager bedeutende private Investitionen in das Unternehmen getätigt.
Die finanzielle Prognose des Konzerns hatte einen Dämpfer erhalten, als Evonik seine EBITDA-Erwartung für das dritte Quartal 2025 nach unten korrigierte. Ursprünglich hatten Analysten ein bereinigtes Betriebsergebnis von rund 500 Millionen Euro erwartet. Die neue Schätzung liegt jedoch zwischen 420 und 460 Millionen Euro – ein spürbarer Rückgang gegenüber den 577 Millionen Euro des Vorquartals.
Trotz der gedämpften Prognose scheinen Insider zuversichtlich. Claudine Mollenkopf, die im April in den Vorstand von Evonik eingetreten ist, erwarb Aktien im Wert von 95.875 Euro (6.500 Stücke). Auch Thomas Wessel, der langjährige Personalvorstand des Unternehmens, kaufte im August 2.999 Anteile. Solche Transaktionen gelten oft als Signal, dass Führungskräfte die Geschäftsentwicklung positiver einschätzen als der Markt.
Die jüngste Erholung der Aktie ist bemerkenswert: Seit dem Quartalsbericht für Q4 2025 am 4. März 2026 stieg der Kurs von etwa 13,63 Euro auf ein Hoch von 16,34 Euro – ein Plus von rund 19 bis 20 Prozent. Allein am 27. März legte die Aktie um 4,27 Prozent zu und übertraf damit Konkurrenten wie BASF, deren Wert an diesem Tag nur moderat um 2,69 Prozent stieg. Vergleichbare aktuelle Daten zu Linde liegen nicht vor.
Doch nicht alle Analysten sind überzeugt. DER AKTIONÄR rät, auf klarere Anzeichen einer Verbesserung der operativen Leistung und Marktposition von Evonik zu warten, bevor man eine Investition in Betracht zieht.
Die Evonik-Aktie hat sich nach monatelangen Verlusten kräftig erholt, gestützt durch Käufe von zwei Führungskräften. Die gesenkte Gewinnprognose steht im Kontrast zum jüngsten Kursanstieg – Anleger müssen nun widersprüchliche Signale abwägen. Vorerst bleiben Marktbeobachter vorsichtig und empfehlen Geduld, bis sich weitere Fortschritte im Unternehmen abzeichnen.






