07 April 2026, 08:05

Energiewende-Bericht unter Zeitdruck: Transparenzlücken und mögliche Interessenkonflikte

Liniendiagramm, das die Stromerzeugung aus Wind und Solar in Deutschland zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Energiewende-Bericht unter Zeitdruck: Transparenzlücken und mögliche Interessenkonflikte

Neuer Monitoring-Bericht zur Energiewende unter Zeitdruck erstellt

Am 15. September wurde ein neuer Bericht zur Überwachung der Energiewende vorgelegt – nach einem überstürzten Vergabeverfahren. Die Bundesregierung hatte den Auftrag unter großem Zeitdruck an das Institut für Energiewirtschaft an der Universität zu Köln (EWI) vergeben. Seitdem gibt es Fragen zur Transparenz der Auswahl sowie zu möglichen Interessenkonflikten.

Den Auftragsstart markierte das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi), das am 12. Juni die Leistungsbeschreibung an die BET Consulting übermittelte. Aufgrund der engen Fristen wurde der Bericht als Metaanalyse im Rahmen eines bestehenden Rahmenvertrags vergeben. BET Consulting, das als Konsortialführer auftrat, schlug das EWI für die Durchführung vor.

Der Bericht umfasste zentrale Themen wie Strombedarf, Versorgungssicherheit und den Ausbau erneuerbarer Energien. Zudem wurden Netzentwicklung, Digitalisierung und der Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft analysiert. Allerdings blieben Details zu personellen Überschneidungen – insbesondere Verbindungen zwischen EWI-Mitarbeitenden und aktuellen oder ehemaligen Auftraggebern – in der Antwort der Bundesregierung unerwähnt.

Am 9. September reichte die Linksfraktion im Bundestag eine Kleine Anfrage zur Vergabe des Berichts ein. Darin forderte sie Aufklärung über Kontakte, Treffen oder Absprachen zwischen dem EWI und der Staatssekretärin Katherina Reiche im Zeitraum von September 2015 bis August 2025. Die Bundesregierung ging in ihrer Antwort auf diese Punkte nicht ein.

Der Bericht wurde zwar fristgerecht geliefert, doch bei der Auftragsvergabe bleiben Informationslücken. Ungeklärt sind weiterhin mögliche Verbindungen zwischen EWI-Beschäftigten und Auftraggebern sowie Interaktionen mit der Staatssekretärin. Da Abgeordnete volle Transparenz über das Verfahren fordern, könnte es zu weiteren Nachfragen kommen.

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