Düsseldorf setzt auf grüne Flugkraftstoffe – doch der Preis ist exorbitant
Jonas SchmittDüsseldorf setzt auf grüne Flugkraftstoffe – doch der Preis ist exorbitant
Am Flughafen Düsseldorf entsteht eine neue Anlage für nachhaltigen Flugkraftstoff (SAF). Die Unternehmen Greenlyte und Eurowings haben eine strategische Partnerschaft vereinbart, um bis 2028 mit der Produktion zu beginnen. Das Projekt markiert einen Schritt hin zu umweltfreundlicherem Fliegen – doch die Kosten sind hoch und die anfängliche Ausbeute begrenzt.
Die geplante Anlage wird mit der Technologie von Greenlyte Kohlendioxid aus der Luft filtern und grünen Wasserstoff erzeugen. Dieser wird anschließend in synthetischen Kraftstoff umgewandelt. Ein Solarkraftwerk am Flughafen soll einen Teil des benötigten Stroms liefern.
Die jährliche Produktion wird voraussichtlich bei etwa 150 Tonnen SAF liegen. Bei den aktuellen Mischvorgaben – bis zu 50 Prozent SAF im herkömmlichen Kerosin – würde dies grob 60 Flüge zwischen Düsseldorf und Palma decken. Allerdings wird der Kraftstoff bis zu zehnmal teurer sein als herkömmliches Kerosin.
Greenlyte-Chef Florian Hildebrand schätzt, dass die Investitionen über 10 Millionen Euro liegen werden. Die Anlage dient als Machbarkeitsnachweis und soll den Weg für größere Produktionsstätten ebnen. Eurowings hat zugesagt, die gesamte Produktion der ersten drei Jahre abzunehmen.
Eurowings-CEO Jens Bischof forderte politische Unterstützung, um solche Investitionen zu fördern. Er betonte, dass staatliche Förderung den Markt für nachhaltige Flugkraftstoffe beschleunigen könnte.
Der Betrieb der Anlage soll 2028 starten, wobei Eurowings in den Anfangsjahren den gesamten produzierten Kraftstoff abnimmt. Zwar bleibt die anfängliche Menge überschaubar, doch die Partnerschaft soll die Machbarkeit einer großflächigen SAF-Produktion demonstrieren. Langfristig werden die hohen Kosten und die Abhängigkeit von politischer Unterstützung über den Erfolg entscheiden.






