17 March 2026, 22:04

Düsseldorf gedenkt 25 Jahre nach den brutalen antisemitischen Anschlägen von 2000

Gemälde, das die Belagerung von Dresden im Jahr 1685 zeigt, mit einem Feuer auf Wasser umgeben von einem Boot mit Menschen, Gebäuden, Bäumen und einem Himmel, mit dem Titeltext unten.

Düsseldorf gedenkt 25 Jahre nach den brutalen antisemitischen Anschlägen von 2000

Vor 25 Jahren erschütterten zwei brutale antisemitische Anschläge Düsseldorf und versetzten die Stadt in Entsetzen. Im Juli 2000 explodierte eine Bombe am S-Bahnhof Wehrhahn und verletzte zehn Menschen. Nur wenige Monate später zerstörte ein Brandanschlag Teile der Düsseldorfer Synagoge – glücklicherweise blieb niemand verletzt.

Der erste Anschlag ereignete sich am 27. Juli 2000, als am Bahnhof Wehrhahn eine Bombe detonierte. Sechs der zehn Verletzten gehörten der jüdischen Gemeinde an, eine Frau erlitt infolgedessen eine Fehlgeburt. Trotz intensiver Ermittlungen kam es nie zu einer Verurteilung. Ein 2018 festgenommener Tatverdächtiger wurde später mangels Beweisen freigesprochen.

Am 2. Oktober 2000 zündeten zwei Männer die Düsseldorfer Synagoge an. Das Feuer richtete erhebliche Schäden an, doch die Feuerwehr konnte Schlimmeres verhindern. 2001 wurden beide Täter für ihre Beteiligung verurteilt und zu Haftstrafen verurteilt.

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Die Anschläge lösten bundesweit Proteste und Solidaritätsbekundungen aus. Tausende versammelten sich in deutschen Städten, um Antisemitismus zu verurteilen und die jüdische Gemeinschaft zu unterstützen. Doch noch heute leben viele jüdische Bürgerinnen und Bürger mit Vorsicht – offene Zeichen ihrer Identität zeigen sie oft nur in geschützten Räumen.

In diesem Oktober begehen die jüdischen Gemeinden zwei traurige Jahrestage: 25 Jahre seit dem Brandanschlag auf die Synagoge und den ersten Jahrestag des Hamas-Terrorangriffs vom 7. Oktober 2023. Michael Szentei-Heise, ehemaliger Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf, warnt, dass die Wachsamkeit gegen Hass niemals nachlassen dürfe.

Die Anschläge von 2000 hinterließen tiefe Wunden in der Düsseldorfer jüdischen Gemeinschaft. Zwar wurden die Synagogen-Brandstifter zur Verantwortung gezogen, doch der Bombenanschlag am Wehrhahn bleibt bis heute ungesühnt. Für viele prägt die Angst vor Antisemitismus noch immer den Alltag – ein Vierteljahrhundert später.

Quelle