02 April 2026, 14:04

Digitale sexualisierte Gewalt: Jeder zweite Jugendliche in Deutschland ist betroffen

Balkendiagramm mit der Überschrift "Internetdurchdringung bis 2030", das die projizierten Internetnutzungsprozentsätze für vier Länder in Blau, Grün, Gelb und Rot darstellt.

Digitale sexualisierte Gewalt: Jeder zweite Jugendliche in Deutschland ist betroffen

Digitale sexualisierte Gewalt betrifft fast die Hälfte der Jugendlichen in Deutschland

Aktuelle Studien zufolge ist fast jeder zweite junge Mensch in Deutschland von digitaler sexualisierter Gewalt betroffen. Das Thema rückte jüngst stärker in den öffentlichen Fokus, nachdem die Schauspielerin Collien Fernandes ihren Ex-Mann, Christian Ulmen, öffentlich beschuldigt hatte. Nun werden Schulen und Eltern aufgerufen, gegen das wachsende Problem vorzugehen.

Zwischen 2021 und 2024 führte Thüringen ein einzigartiges Präventionsprogramm gegen digitale sexualisierte Gewalt an Schulen durch. Finanziert vom Landesjugendamt erreichte das Projekt rund 5.000 Schülerinnen und Schüler der fünften bis achten Klasse. Yasmina Ramdani leitete Workshops, in denen Risiken wie Cybergrooming thematisiert wurden – also die gezielte Online-Manipulation von Kindern durch Täter.

Viele Vorfälle ereignen sich in Freundesgruppen oder Klassenchats, oft aufgrund von Naivität oder mangelnder Medienkompetenz. Eine Studie aus dem Jahr 2025 ergab, dass fast ein Viertel der Minderjährigen bereits Cybergrooming erlebt hat. Expertinnen und Experten betonen, dass frühzeitige Aufklärung weitaus kostengünstiger ist als die Bewältigung der langfristigen Folgen solcher Gewalt.

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Trotz des Erfolgs des Thüringer Pilotprojekts gibt es keine offiziellen Aufzeichnungen darüber, wie viele weitere Schulen in Deutschland ähnliche Programme eingeführt haben. Auch Eltern werden dazu aufgefordert, mit ihren Kindern über Grenzen zu sprechen und verantwortungsvolles Verhalten vorzuleben.

Das Modellprojekt in Thüringen zeigte, dass schulbasierte Prävention Tausende Jugendliche erreichen kann. Ohne eine flächendeckende Umsetzung bleiben jedoch viele junge Menschen gefährdet. Behörden und Familien stehen nun vor der Herausforderung, das gewachsene Bewusstsein in konsequentes Handeln im gesamten Land umzusetzen.

Quelle