26 April 2026, 20:05

Datenschutz-Chaos in Europa: Unternehmen fordern dringend Reform der DSGVO-Regeln

Ein kreisförmiges Wortwolkenbild mit "Information Security" in verschiedenen Sprachen, angeordnet nach Größe und Farbe von hell nach dunkelblau, das seine Bedeutung in Geschäftsprozessen hervorhebt.

Datenschutz-Chaos in Europa: Unternehmen fordern dringend Reform der DSGVO-Regeln

Deutsche Unternehmen sehen sich weiterhin mit den Herausforderungen uneinheitlicher Datenschutzregelungen in Europa konfrontiert. Viele klagen über rechtliche Unsicherheiten, übermäßigen Aufwand und fehlende Einheitlichkeit bei der Einhaltung der Vorschriften. Nun werden die Rufe nach einer Reform immer lauter – sowohl aus der Wirtschaft als auch von Aufsichtsbehörden, die klarere und harmonisierte Standards fordern.

Die Datenschutzkonferenz (DSK) hat erhebliche Lücken bei der Abstimmung europäischer Digitalgesetze mit der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) aufgezeigt. Laut der Vereinigung sei ein einheitlicherer Ansatz dringend erforderlich, um Verwirrung und Ineffizienz zu vermeiden. Bettina Gayk, die Landesdatenschutzbeauftragte von Nordrhein-Westfalen, nannte die uneinheitliche Gesetzgebung als Hauptgrund für die inkonsistente Aufsicht. Sie betonte, dass ein kohärenter Rechtsrahmen viele der aktuellen Probleme lösen würde.

Gleichzeitig wies Meike Kamp, die Berliner Beauftragte für Datenschutz, auf die Vorteile lokaler Behörden hin. Ihrer Meinung nach bleiben Landesaufsichtsbehörden eng mit Unternehmen verbunden und bieten direkte, leicht zugängliche Unterstützung. Doch über den besten Weg nach vorn herrscht keineswegs Einigkeit. Der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU) äußerte Zweifel an einer Zentralisierung und stellte infrage, ob eine einzelne Behörde die vielfältigen Anforderungen effektiv bedienen könne.

Die Debatte entzündet sich an einem Vorschlag der Ampelkoalition, eine zentrale Aufsichtsbehörde zu schaffen und diese mit der Rolle des Bundesbeauftragten für den Datenschutz zusammenzulegen. Die DSK jedoch drängt auf weitere Änderungen, darunter eine zentrale Instanz für bundesweite Fälle nach dem Bundesdatenschutzgesetz. Zudem soll die DSK selbst institutionalisiert werden – mit einer ständigen Geschäftsstelle zur besseren Koordinierung. Trotz dieser Pläne kritisierte Gayk den Reformansatz der Regierung: Eine überstürzte Zentralisierung könne neue Probleme schaffen, statt bestehende zu lösen, warnte sie.

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Die Aufsichtsbehörden selbst fordern mehr Einheitlichkeit unter den Kontrollinstanzen. Ihr Ziel ist es, die Zusammenarbeit durch formale Strukturen zu stärken und so die Unterschiede bei der Anwendung der Regeln zwischen den Regionen zu verringern.

Der Reformdruck spiegelt die weitverbreitete Frustration mit dem aktuellen System wider. Unternehmen kämpfen weiterhin mit widersprüchlichen Anforderungen, während Behörden nach besseren Wegen der Zusammenarbeit suchen. Jede Veränderung wird abwägen müssen zwischen zentraler Steuerung und den praktischen Vorteilen lokaler Expertise.

Quelle