Bundesrechnungshof warnt vor Schulden-Drama: 2,7 Billionen Euro drohen bis 2029
Philipp KrügerBundesrechnungshof warnt vor Schulden-Drama: 2,7 Billionen Euro drohen bis 2029
Der Bundesrechnungshof hat eine drastische Warnung vor den steigenden Schuldenständen Deutschlands ausgesprochen. Kay Scheller, der Präsident des Gerichts, bezeichnete die öffentlichen Finanzen als ein "kolossales Taschenspielertrick" und forderte eine Neuausrichtung der Ausgabenprioritäten. Seine Äußerungen fallen in eine Zeit, in der die Bundesverschuldung bis 2029 auf 2,7 Billionen Euro ansteigen soll – ohne die zusätzlichen Schulden von Ländern und Kommunen.
Schellers Kritik richtet sich insbesondere gegen einen 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen, der im März 2025 durch eine Grundgesetzänderung geschaffen wurde. Ursprünglich sollte der Fonds die Infrastruktur und Klimaneutralität bis 2045 fördern, mit Zuweisungen von jeweils 100 Milliarden Euro für die Länder, die Kommunen und den Klima- und Transformationsfonds (KTF) sowie 300 Milliarden Euro für Bundesinvestitionen über zwölf Jahre. Bis 2025 waren bereits fast 19 Milliarden Euro an Bundesausgaben sowie KTF- und Kommunalprojekte in Höhe von rund 37 Milliarden Euro vorgesehen.
Scheller warf Politikern vor, statt die Prioritäten zu überprüfen, einfach nach mehr Geld zu rufen. Der Fonds sei für zusätzliche Investitionen und nicht für laufende Ausgaben gedacht, betonte er. Sein Haus hatte bereits früher ähnliche Probleme beim Klimafonds moniert und davor gewarnt, dass solche Finanzmanöver verfassungswidrig sein könnten.
Die Schuldenkrise wird durch steigende Zinsen auf Kredite weiter verschärft. Scheller forderte die Verantwortlichen auf, sich der Realität zu stellen, und deutete an, dass alte Versprechen möglicherweise nicht mehr finanzierbar seien. Zudem wies er darauf hin, dass die 2,7 Billionen Euro Bundesschulden noch einmal 800 Milliarden Euro an Verbindlichkeiten der Länder und Kommunen gegenüberstehen.
Die Warnungen unterstreichen den wachsenden Druck auf die öffentlichen Haushalte Deutschlands. Angesichts steigender Schulden und höherer Zinsen zeigt Schellers Aufruf zu einer Ausgabenprüfung die bevorstehenden Herausforderungen auf. Der Sondervermögen, ursprünglich für langfristige Investitionen gedacht, steht nun wegen seiner Nutzung und Nachhaltigkeit in der Kritik.