28 April 2026, 16:13

Brasiliens umstrittene Öl-Auktion im Amazonas löst internationale Empörung aus

Alte Karte von Brasilien in einem Foto Rahmen, betitelt "Copia do Plano da Contenda de Moura", zeigt die Provinzen von Brasilien.

Brasiliens umstrittene Öl-Auktion im Amazonas löst internationale Empörung aus

Brasiliens jüngste Versteigerung fossiler Brennstoffe löst breite Kritik aus

Die jüngste Auktion fossiler Brennstoffe in Brasilien hat scharfe Kritik von Umwelt- und Indigenen-Gruppen ausgelöst. Am 17. Juni 2025 bot die Nationale Agentur für Erdöl, Erdgas und Biokraftstoffe (ANP) 172 Erdöl- und Erdgasblöcke zur Erschließung an – darunter 68 im Amazonasgebiet. Kritiker werfen der Regierung vor, damit die eigenen Klimaziele zu untergraben und die Rechte lokaler Gemeinschaften zu ignorieren.

Trotz massiven Widerstands fand die Versteigerung statt. Großkonzerne wie Chevron, ExxonMobil, Petrobras und Chinas CNPC sicherten sich Lizenzen, darunter 19 der 47 Blöcke an der Mündung des Amazonas. Diese umfassen 16.312 Quadratkilometer Meeresgebiet und werfen Fragen nach möglichen ökologischen Schäden auf.

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Rechtliche Hindernisse gab es bereits vor dem Verkauf: Die Bundesstaatsanwaltschaft Brasiliens beantragte eine einstweilige Verfügung zur Aussetzung der Auktion und verwies auf Verfahrensmängel sowie fehlende Umweltprüfungen. Eine vorgeschriebene Umweltverträglichkeitsprüfung der Sedimentbecken (AAAS) war nicht durchgeführt worden – ein Versäumnis, das Kritiker scharf verurteilen.

Indigene Führer verurteilten das Vorgehen. Häuptling Jonas Mura vom Volk der Mura warnte, die Versteigerung werde Zerstörung, Verschmutzung und Krankheiten in den Amazonas bringen. Zudem erfolgte der Verkauf ohne die freie, vorherige und informierte Zustimmung der betroffenen Gemeinschaften – ein Verstoß gegen die ILO-Konvention 169.

Umweltorganisationen schlossen sich dem Protest an. Gisela Hurtado von Stand.earth bezeichnete die Auktion als Bedrohung für indigene Territorien und als Bruch des Pariser Abkommens. Ilan Zugman von 350.org Lateinamerika warf der Regierung vor, fossile Brennstoffe über eine gerechte Energiewende zu stellen. Beobachter zweifeln nun an Brasiliens Glaubwürdigkeit als Gastgeber des bevorstehenden UN-Klimagipfels COP30.

Die Versteigerung vertieft die Spannungen zwischen Brasiliens Energiepolitik und seinen Klimazusagen. Mit der Vergabe von Erschließungsrechten an internationale Konzerne drohen weitere Umweltschäden und juristische Auseinandersetzungen. Das Ergebnis wirft zudem Fragen auf, ob das Land wirtschaftliche Interessen mit den Rechten indigener Völker und globalen Klimazielen in Einklang bringen kann.

Quelle