Bergisch Gladbachs Haushaltsstreit eskaliert: CDU fordert radikale Sparmaßnahmen und Personalüberprüfungen
Lukas HartmannBergisch Gladbachs Haushaltsstreit eskaliert: CDU fordert radikale Sparmaßnahmen und Personalüberprüfungen
Haushaltsverhandlungen in Bergisch Gladbach eskalieren – Stadt steht unter finanziellem Druck
Die Haushaltsgespräche in Bergisch Gladbach gestalten sich zunehmend angespannt, da die Stadt mit erheblichen finanziellen Belastungen kämpft. Die CDU, angeführt vom Fraktionsvorsitzenden Michael Metten, drängt auf Änderungen bei den Ausgaben und der Personalplanung. Ohne eine regierende Koalition gestalten sich die Verhandlungen mit SPD und Grünen zunehmend schwierig.
Aktuell beschäftigt die Stadt etwa 4.500 Mitarbeiter. Metten wies jedoch darauf hin, dass zentrale Bereiche – etwa Bildung, Soziales, Jugendhilfe sowie Teile der Verwaltung wie der Bürgerservice – bisher nicht aufgefordert wurden, ihre Personalbestände zu überprüfen oder zu reduzieren. Er forderte, die Personalkosten zu begrenzen, und identifizierte mögliche Einsparungen im Bereich Öffentlichkeitsarbeit und Social-Media-Ausgaben.
Die CDU setzt in ihren HaushaltsPrioritäten auf Schulen, die Straßeninfrastruktur und das Entwicklungsgebiet Zanders. Um Projekte zu beschleunigen, will die Partei zusätzliche Bauaufsichtsbeamte und kommunale Genehmigungsmitarbeiter einstellen. Bei der Grundsteuer lehnt die CDU den vom Bürgermeister vorgeschlagenen Anstieg um 100 Punkte ab und schlägt stattdessen eine Erhöhung um 25 Punkte vor, um Einnahmeausfälle auszugleichen.
Metten beschrieb sein Arbeitsverhältnis zu Bürgermeister Marcel Kreutz als kollegial, auch wenn Meinungsverschiedenheiten offen diskutiert würden. Er betonte, die CDU handle unabhängig und stimme sich nicht mit der AfD ab. Man werde weiterhin Politikvorschläge einbringen, die man für richtig halte. Selbst wenn es zu einer Einigung mit SPD und Grünen komme, werde dies nicht zu einer formellen Koalition oder langfristigen Partnerschaft führen, machte Metten deutlich.
Die CDU beruft sich auf ein klares Wählermandat und ist entschlossen, dies im Haushalt widerzuspiegeln. Metten räumte ein, dass Verhandlungen ohne stabile Mehrheit eine Herausforderung seien, bleibt aber darauf fokussiert, die Agenda seiner Partei durchzusetzen.
Angesichts der angespannten Finanzlage stehen der Stadt harte Entscheidungen bevor. Sollten die CDU-Vorschläge durchkommen, könnten Personalbestände in einigen Bereichen überprüft und Steuererhöhungen begrenzt werden. Das Ergebnis wird prägen, wie Bergisch Gladbach im kommenden Jahr in Schulen, Straßen und wichtige Entwicklungsprojekte investiert.






