Bayer-Aktie steigt nach Kerendia-Studienerfolg trotz Milliardenverlusten
Jonas SchmittBayer-Aktie steigt nach Kerendia-Studienerfolg trotz Milliardenverlusten
Die Aktien von Bayer stiegen nach positiven Phase-III-Ergebnissen für das Medikament Kerendia um 4,71 % auf 40,25 Euro. Der Erfolg der Studie könnte die Anwendung des Wirkstoffs auf eine deutlich größere Gruppe von Nierenpatienten ausweiten. Anleger beobachten nun gespannt, wie das Unternehmen eine entscheidende regulatorische Offensive vorbereitet.
Der Kursanstieg kommt trotz anhaltender rechtlicher Belastungen und hoher Verluste im Jahr 2025: Bayer verzeichnete einen Nettoverlust von 3,6 Milliarden Euro, während die Nettoverschuldung fast 30 Milliarden Euro erreichte.
Kerendia – chemisch als Finerenon bekannt – ist bisher nur für Patienten mit chronischer Nierenerkrankung (CKD) in Verbindung mit Typ-2-Diabetes zugelassen. Die aktuelle FIND-CKD-Studie zeigte jedoch, dass der Wirkstoff sein primäres Ziel auch bei Erwachsenen mit nicht-diabetischer CKD erreichte und damit den Weg für eine erweiterte Zulassung ebnet. Bayer plant nun, bis März 2026 in über 100 Ländern eine Ausweitung der Indikation zu beantragen; parallel läuft bereits ein Zulassungsverfahren bei der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA.
Doch die Zukunft des Konzerns hängt nicht allein von Kerendia ab. In den nächsten zehn Jahren will Bayer zehn neue Blockbuster-Medikamente auf den Markt bringen, was die finanzielle Perspektive grundlegend verändern könnte. Dennoch bleiben rechtliche Herausforderungen ein großes Hindernis. Der Oberste Gerichtshof der USA wird am 1. April 2026 über die Warnhinweise auf Roundup verhandeln; ein Urteil wird bis Mitte Juni erwartet. Das Ergebnis könnte die Haftungskosten von Bayer maßgeblich beeinflussen, die bereits jetzt stark auf die Liquidität des Unternehmens drücken.
Trotz dieser Belastungen hat der jüngste klinische Erfolg das Vertrauen der Anleger gestärkt. Eine mögliche Ausweitung von Kerendia auf Patienten mit nicht-diabetischer CKD wäre ein bedeutender Schritt und würde den Zugang zu einem deutlich größeren Markt ermöglichen als die aktuelle eingeschränkte Zulassung.
Der Kursanstieg der Bayer-Aktie spiegelt die wachsende Zuversicht in Bezug auf die erweiterte Anwendung von Kerendia und die Pipeline zukünftiger Medikamente wider. Als nächste Schritte stehen regulatorische Anträge sowie eine richtungsweisende Entscheidung des Supreme Court zur Roundup-Klage an. Beide Entwicklungen werden eine entscheidende Rolle für die finanzielle Erholung und die langfristige Strategie des Unternehmens spielen.