23 April 2026, 00:11

Amanda Knox unterstützt verurteilte Krankenschwester Lucy Letby – und löst Empörung aus

Deckblatt eines alten Buches mit dem Titel 'Berichte ausgewählter Fälle in den Gerichten von Westminster-Hall sowie die Meinung von John Lord Fortescue'

Amanda Knox unterstützt verurteilte Krankenschwester Lucy Letby – und löst Empörung aus

Amanda Knox hat sich öffentlich hinter Lucy Letby gestellt, die verurteilte Krankenschwester, die eine lebenslange Haftstrafe wegen des Mordes an sieben Babys verbüßt. Bei einer kürzlichen Fragerunde in London äußerte Knox ihre Meinung zu dem Fall und bezog sich dabei auf ihre eigenen Erfahrungen mit einem Justizirrtum. Die Veranstaltung löste zudem erneute Kritik der Familie von Meredith Kercher aus, der britischen Studentin, deren Mord Knox einst verurteilt – und später freigesprochen – worden war.

Die Veranstaltung, die der Bewerbung von Knox' Dokumentation Mouth Of The Wolf diente, bot ihr die Gelegenheit, sowohl ihre Vergangenheit als auch Letbys aktuellen Rechtskampf zu thematisieren. Emotional wurde es, als sie auf den Mord an Kercher zurückblickte und dabei zeitweise in Tränen ausbrach.

Knox enthüllte, sie habe Letby im Gefängnis einen Brief sowie ein Exemplar ihrer 2021 erschienenen Autobiografie Frei zukommen lassen. Das Buch schildert ihr Leben nach dem Freispruch im Fall Kercher, dem Jahre hinter Gittern vorausgegangen waren. Zudem habe sie Letby geraten, "an der Hoffnung festzuhalten", wie ein Zuschauer der Veranstaltung berichtete.

Im Gespräch argumentierte Knox, dass ein Urteil auch dann fragwürdig sein könne, wenn keine eindeutigen Beweise für Unschuld vorlägen. Sie verglich die öffentliche Aufmerksamkeit um Letbys Fall mit ihrer eigenen Situation, bei der trotz späterer Rehabilitierung Zweifel blieben. Ihr 2013 erschienenes Buch Warten auf Gerechtigkeit schildert detailliert ihre Leiden im italienischen Justizsystem.

Der Anwalt der Familie Kercher, Francesco Maresca, reagierte scharf auf Knox' fortgesetzte öffentliche Auftritte. Er warf ihr vor, sich an Kerchers Erinnerung zu "bereichern", und erklärte im Namen der Familie, man habe "genug" – die Geduld sei am Ende. Die Äußerungen fielen in eine Phase, in der Knox ihre neuesten Projekte bewarb, darunter einen Podcast, der sich mit Letbys Fall und den damit verbundenen Kontroversen auseinandersetzt.

Knox' Unterstützung für Letby hat sowohl Aufmerksamkeit als auch Kritik auf sich gezogen, insbesondere von denen, die mit ihrem eigenen Prozess verbunden sind. Ihr Brief und ihre öffentlichen Stellungnahmen halten die Debatte über Letbys Verurteilung am Leben. Gleichzeitig unterstreicht die Kritik der Familie Kercher die anhaltenden Spannungen über Knox' Rolle bei der erneuten Aufarbeitung des Falls, der einst ihr Leben prägte.

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