22 May 2026, 22:06

Alfred Grosser – ein Leben für die deutsch-französische Freundschaft ist zu Ende gegangen

Bürgermeister Tim Kurzbach gedenkt des Intellektuellen Alfred Grosser (†99)

Alfred Grosser – ein Leben für die deutsch-französische Freundschaft ist zu Ende gegangen

Alfred Grosser, der renommierte Politikwissenschaftler und unermüdliche Vorkämpfer der deutsch-französischen Freundschaft, ist im Alter von 99 Jahren verstorben. Sein Lebenswerk war der Versöhnung gewidmet – er mahnte ehemalige Gegner, Brücken des Vertrauens und des gegenseitigen Verständnisses zu schlagen. Politiker wie Gelehrte schätzten seinen scharfen Verstand und sein unerschütterliches Engagement für die Menschenrechte.

Geboren 1925, wurde Grosser zu einer Schlüsselfigur bei der Gestaltung der Nachkriegsbeziehungen zwischen Frankreich und Deutschland. Sein Einfluss war maßgeblich für den Élysée-Vertrag, der die Zusammenarbeit der beiden Nationen besiegelte. Jahrzehnte später würdigte ihn die Stadt Solingen 1987 mit dem Preis „Schärfstes Schwert“ – eine Auszeichnung für sein Lebenswerk im Dienste der Verständigung.

Während eines Besuchs in Solingen im April desselben Jahres sprach er vor Studierenden über die Rolle der französischen und deutschen Jugend in Politik und Gesellschaft. Seine Botschaft war stets klar: Versöhnung erfordere Ehrlichkeit, selbst wenn sie Debatten auslöse. Manche nannten ihn einen „Provokateur“, doch selbst seine Kritiker konnten seine grundlegende Überzeugung nicht bestreiten – dass die Menschlichkeit jedes politische und gesellschaftliche Handeln leiten müsse.

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Grosser blieb zeit seines Lebens kompromisslos in seiner Haltung zu den Menschenrechten und kritisierte israelische Politik, wenn er sie als ungerecht empfand. Doch sein übergeordnetes Anliegen blieb stets dasselbe: Dort Dialog zu fördern, wo einst Feindseligkeit herrschte. Solingens Bürgermeister Tim Kurzbach gehörte zu denen, die ihm die letzte Ehre erwiesen, und betonte die Lücke, die sein Tod hinterlässt.

Seine Stimme, geprägt von Klarheit und einem Appell zur Freundschaft, hallte weit über akademische Kreise hinaus nach. Viele werden sich nicht nur als Denker, sondern als Brückenbauer in stürmischen Zeiten an ihn erinnern. Grossers Tod hinterlässt ein Erbe des intellektuellen Mutes und einer Vision der Einheit. Seine Arbeit zur deutsch-französischen Aussöhnung legte den Grundstein für kommende Generationen. Die Werte, für die er eintrat – Versöhnung, Menschenrechte und offener Dialog – sind heute so aktuell wie zu seinen Lebzeiten.

Quelle