152 Castor-Behälter rollen trotz Proteste von Jülich nach Ahaus – ohne gültige Genehmigung
Lukas Hartmann152 Castor-Behälter rollen trotz Proteste von Jülich nach Ahaus – ohne gültige Genehmigung
Deutschland bereitet Transport von 152 Castor-Behältern mit Atommüll vom Forschungszentrum Jülich nach Ahaus vor
Nächste Woche sollen die ersten von über 50 geplanten Transporten beginnen – trotz anhaltender Rechtsstreitigkeiten und einer abgelaufenen Lagergenehmigung am Zielort.
Seit 2013 wird der Müll ohne gültige Erlaubnis gelagert, während das Land weiterhin keine dauerhafte Lösung für die Endlagerung hat.
Der Versuchsreaktor in Jülich wurde bereits 1988 stillgelegt, doch das radioaktive Erbe bleibt: Das Zentrum will die strahlenden Altlasten loswerden. Jahre lang stritten Behörden und Atomkraftgegner über den richtigen Standort. Die Stadt Ahaus und Anti-Atom-Initiativen versuchten wiederholt, die Transporte zu stoppen – bisher ohne Erfolg vor Gericht.
Die Genehmigung für das Zwischenlager in Ahaus läuft zwar erst 2036 aus, doch alle Transporte sollen bis dahin abgeschlossen sein. Ein Endlager wird frühestens in den 2070er Jahren erwartet – der Atommüll bleibt also jahrzehntelang in der Zwischenlagerung. Das Forschungszentrum Jülich hat sich unterdessen neu ausgerichtet: Statt Atomforschung steht nun Quantencomputing im Fokus.
Die jüngste Debatte um eine Rückkehr zur Kernenergie in Deutschland hat das alte Problem der Atommüll-Entsorgung nicht gelöst. Die anstehenden Transporte sind nur ein weiteres Kapitel in einem Streit, der seit 2013 schwelt – ohne absehbares Ende.
Schon nächste Woche rollen die ersten Castoren von Jülich nach Ahaus – mit einer Genehmigung, die längst abgelaufen ist. Ohne ein Endlager in Sicht wird der Müll mindestens weitere 50 Jahre zwischengelagert. Klagen und Proteste konnten den Plan bisher nicht aufhalten.






