10. Operettenwettbewerb endet mit Trendwende und kreativen Überraschungen
Jonas Schmitt10. Operettenwettbewerb endet mit Trendwende und kreativen Überraschungen
10. Internationaler Wettbewerb für junge Operetten- und Musicaldarsteller endet mit Tradition und Innovation
Der 10. Internationale Wettbewerb für junge Operetten- und Musicaldarsteller ist mit einer Mischung aus Bewährtem und Neuem zu Ende gegangen. Über hundert Nachwuchskünstler aus Russland, Belarus und Usbekistan präsentierten sich – von klassischen Arien bis hin zu mutigen Neudeutungen bekannter Operettenrollen. Erstmals seit Jahren überstieg die Zahl der Operettenbeiträge leicht die der Musicals, was einen Wandel im üblichen Trend der Veranstaltung markiert.
Bewerbungen trafen aus Metropolen wie Moskau, Minsk und Taschkent ein, wobei 56 Operettenaufführungen die 50 Musicalbeiträge knapp überflügelten. Der Wettbewerb, der für die Förderung junger Talente bekannt ist, bot Studierenden von Musikakademien eine Bühne, um Werke von Donizetti, Rossini und Mozart zu interpretieren. Dennoch wurde trotz des hohen Niveaus der Teilnehmer kein Grand Prix verliehen – ein Ergebnis, das zuletzt 2006 zu verzeichnen war.
Mehrere Sonderpreise wurden vergeben, darunter der Preis für das "Erfolgreiche Debüt" sowie eine Auszeichnung von Ljudmila Lokajtschuk-Henneberger. Das abschließende Galakonzert, das landesweit übertragen wurde, vereinte Finalisten und etablierte Stars des Musiktheaters zu einem abwechslungsreichen Abend.
Jurymitglied Georgi Isaakjan hob die Kreativität im Operettenbereich hervor und verwies auf ungewöhnliche "schauspielerische Adaptionen" – etwa Heldinnen mit Gewehren oder in Cowboy-Kostümen – als frische Ausdrucksform. Er betonte die Bedeutung junger Künstler für die Zukunft des Genres, räumte jedoch ein, dass nicht jeder Teilnehmer sofort herausrage. Maxim Isaakowitsch, ein erfahrener Wettbewerbsteilnehmer, beobachtete, dass in den letzten Jahren das Interesse am Musical stärker gewachsen sei als an der Operette – doch diese Ausgabe zeigte eine leichte Trendwende.
Die Veranstaltung endete ohne einen Grand-Prix-Gewinner, was die anspruchsvollen Maßstäbe der Jury widerspiegelt. Sonderpreise würdigten individuelle Leistungen, während das Galakonzert den Finalisten eine Plattform neben arrivierten Profis bot. Die sich wandelnde Balance zwischen Operette und Musical deutet auf eine dynamische Zukunft für beide Genres hin.






